Sparen der Ärzte geht zu Lasten der Patienten
Hemsbach, 09. November 2000
Mit Unverständnis und Verärgerung reagiert der Präsident des Verbandes der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD), Heinz Windisch, auf die dpa-Meldung "Ärzte sollten noch mehr sparen" vom 08.11.00.
Bereits jetzt geht das Sparen an Arzneimitteln fast ausschließlich zu Lasten der Patienten. Selbst der Arzneimittelexperte der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Jürgen Bausch, der für sparsame Arzneimittelverordnungen bekannt ist, hat anläßlich einer Anhörung zum Thema "Budgetierung" am 27.09.00 im Deutschen Bundestag klar Stellung bezogen und geäußert, dass nicht mehr weiter gespart werden kann, ohne die Versorgung der Patienten zu gefährden.
Besonders verärgert, so Windisch weiter, sei er über die Äußerung, dass Berichte über Patienten, denen notwendige Arzneien verweigert wurden, von den Herausgebern des Arzneiverordnungsreports 2000 nicht bestätigt werden könnten. Dem VKVD sei eine Vielzahl von Fällen bekannt und dies wurde auch bei der öffentlichen Anhörung, an der auch Professor Ulrich Schwabe teilnahm, zur Sprache gebracht. Eine Rückfrage seitens der Herausgeber des Arzneiverordnungsreports 2000 beim VKVD erfolgte jedoch nicht.
Der Verband der Krankenversicherten Deutschlands unterstützt grundsätzlich Sparbemühungen im Gesundheitswesen, aber nicht ausschließlich zu Lasten der Patienten.
Der Patient, der anläßlich der Gesundheitsreform im Mittelpunkt stehen sollte, steht offensichtlich im Weg.
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