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Pressemitteilung vom 24. Juni 2003

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"Verband der Krankenversicherten Deutschlands bemängelt: Bei der Gesundheitsreform fehlen Anreize zur Krankheitsvorbeugung "
 


Berlin - Das Gesundheitssystem-Modernisierungs-Gesetz (GMG) setzt falsche finanzielle Anreize für die Krankenversicherten. Diese Auffassung hat der Präsident des Verbands der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD), Heinz Windisch, heute (24.) in Berlin vertreten. Bei der Eröffnung des Deutschen Labortags sagte er, die einseitige finanzielle Förderung des Hausarztsystems durch Praxisgebühren und niedrigere Zuzahlungen müsse ergänzt werden durch Anreize zur Krankheitsvorbeugung und Früherkennung. Krankenversicherte, die Vorsorgeprogramme nutzen, müssten davon auch finanziell profitieren. Davon sei aber im GMG bisher jedoch nichts zu lesen.

Windisch bemängelte, dass die öffentlichen Bekenntnisse zur Prävention kaum in einem angemessenen Verhältnis zu den tatsächlich geplanten Maßnahmen stehen. Schon bisher seien nicht alle Chancen für eine Krankheitsfrüherkennung genutzt worden. Dieses Defizit werde durch das GMG nicht ausgeglichen. Dabei gelte: Je früher eine Krankheit entdeckt wird, desto erfolgreicher und kostengünstiger kann sie behandelt werden. Zumindest langfristig wirkten Krankheitsvorbeugung und -früherkennung kostendämpfend.

Darauf wolle der VKVD als Interessenvertretung der Krankenversicherten mit dem Deutschen Labortag hinweisen und die Bevölkerung aufklären, was moderne Labormedizin kann. Die Krankenkassen, aber auch die Ärzte würden dies nur unzureichend tun. Für sie sei jeder unterbliebene Test gespartes Geld. Nur so sei zu erklären, warum Labortests, die in vielen Ländern längst Standard sind, in Deutschland noch immer nicht zu den GKV-Leistungen gehören und warum die Versicherten auf neue Präventionsmaßnahmen oft jahrelang warten müssten.

Der VKVD-Präsident hofft, dass sich daran mit der Etablierung des Deutschen Zentrums für Qualität in der Medizin etwas ändert. Dort könnten Patientenorganisationen Druck machen, wenn es um die Zulassung neuer Vorsorgemaßnahmen gehe. Allerdings müssten Doppelstrukturen vermieden werden. Windisch: "Ich halte es für falsch, dass neben dem Qualitätszentrum weiterhin der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen die gleiche Diskussion noch einmal führt." Das führe zu noch längeren Entscheidungsfristen. Der Patient sei dann wieder der Gelackmeierte.

Dass die Labormedizin nicht vernachlässigt werden darf, um die Gesunderhaltung der Bevölkerung sicherzustellen, machte der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Professor Dr. Reinhard Burger, deutlich. Neue Krankheiten wie SARS, AIDS oder Hühnerpest stellten die Labordiagnostik vor immer neue Herausforderungen. SARS sei das Idealbeispiel für die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, Behörden, Laborärzten und Diagnostica-Industrie. Niemals zuvor sei es so rasch gelungen, eine völlig neue Krankheit zu identifizieren und erste Nachweistests zu entwickeln.



Rückfragen: Verband der Krankenversicherten Deutschlands e.V. (VKVD)
Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin,
Tel.: 030-88 62 52 87, FAX 030-88 6253 26
buero@vkvd.de
www.vkvd.de

oder: PPR Postina Public Relations
Tel. 06257-507 99-0
Fax. 06257-507 99-4
E-Mail: office@postina-pr.de



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