Ärztliche Detektive auf der Blutspur
Laborärzte fahnden nach Indizien für unerkannte Krankheiten
Berlin - Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 6000 Menschen an Blasenkrebs. Dies müsste nicht sein. Denn die Fachärzte für Laboratoriumsmedizin könnten in vielen Fällen Blasenkrebs so rechtzeitig durch einen Urintest nachweisen, dass er noch erfolgversprechend zu behandeln ist. Das neue Testverfahren ist nur ein Beispiel dafür, was Labormedizin mit modernen Diagnosemethoden für die Früherkennung von Krankheiten oder die Kontrolle ihrer Behandlung leisten kann.
Die Entwicklung neuer Testverfahren und Diagnose-Geräte durch die Diagnostica-Industrie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Dank großer Forschungsanstrengungen lassen sich heute Risiken für bestimmte Erkrankungen sehr früh nachweisen, z. B. die Thromboseneigung mittels APC-Resistenztests.
Dem Patienten sind diese Chancen oft gar nicht bewusst. Dies mag mit daran liegen, dass manche, vor allem neuere Tests von den gesetzlichen Krankenkassen oft nicht bezahlt und daher von Ärzten auch nicht angeboten werden. Ein Beispiel dafür ist die Mutterschaftsvorsorge. Ein genereller Test auf Toxoplasmose, die für ungeborene Kinder fatale Folgen haben kann, ist nicht vorgesehen.
Der Laborarzt, der den besten Überblick über neue Diagnosemöglichkeiten hat, ist in der Regel nicht der Ansprechpartner des Patienten. Er bleibt für ihn ein Arzt im Hintergrund. Der Hausarzt ist es, bei dem er seine Blut-, Urin- oder Stuhlproben abgibt; der Hausarzt ist es auch, der ihm die Resultate der Untersuchungen interpretiert. Doch was dazwischen mit den Proben geschieht, das erfährt der Patient nicht.
Die Proben werden durch Kurierdienste meist gekühlt, mitunter auch tiefgefroren, zu einer laborärztlichen Praxis gebracht und gemäß den Forderungen des Hausarztes untersucht: Blutfettwerte werden festgestellt, von denen der Hausarzt auf das Arteriosklerose-Risiko schließen kann. Der Blutzuckerspiegel wird bestimmt, durch den Diabetes diagnostiziert wird, oder die weißen Blutkörperchen werden gezählt, um Entzündungen oder Infektionen auf die Spur zu kommen. Entsprechend ausgestattete Laboratorien können heute über 2000 verschiedene, teilweise äußerst aufwändige Tests durchführen.
Mit Mikroskop und Reagenzgläschen kommen die Laborärzte heute jedoch nicht weit. Leistungsfähige Analyseautomaten erleichtern ihnen längst die Arbeit. Die Kosten für die Geräte gehen leicht in die Millionen. Solche Investition sind jedoch nur dann gerechtfertigt, wenn genügend Proben untersucht werden können. Tausende pro Tag sind nötig. Dies ist einer der Gründe, weshalb niedergelassene Ärzte ihr eigenes Labor weitestgehend aufgegeben und sich Laborgemeinschaften angeschlossen haben, bzw. ihre Proben in Laborinstitute schicken.
Komplizierte und umfangreiche Laboruntersuchungen, so genannte Speziallaborleistungen wie etwa die Bestimmung des Prostatakrebses, waren und sind ohnedies den Laborärzten vorbehalten, von denen es in Deutschland nur eine kleine Schar gibt. Nur rund 900 Laborärzte weist die Statistik der Bundesärztekammer aus. Diese hochqualifizierten Spezialisten arbeiten in rund 220 kleineren und größeren laborärztlichen Praxen oder Instituten.
Viele dieser Laboratorien beteiligen sich am 8. Juni 2002 am "Tag des offenen Labors", den der Verband der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD) initiiert hat. Sie ermöglichen an diesem Tag ihren Besuchern einen Einblick in die faszinierende Welt eines ärztlichen Labors und offerieren - bundesweit einheitlich - einen Test zur Bestimmung des Thromboserisikos - kurz vor der Urlaubszeit eine nützliche Information für Langstreckenflieger.
Hinweis:
Die aktuelle Adressenliste der teilnehmenden Laboratorien kann im Internet abgerufen werden unter www.labortag.de oder hier auf den Seiten des VKVD.
Der "Deutsche Labortag" am 5. Juni in Berlin sowie der bundesweite "Tag des offenen Labors" am 8. Juni 2002 wurde vom Verband der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD) initiiert und wird vom Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL), Delab - Fortbildung im medizinischen Labor e. V. sowie dem Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) unterstützt.
Rückfragen:
Verband der Krankenversicherten Deutschlands e. V. (VKVD)
Bleibtreustr. 24
10707 Berlin
Telefon: 030 88625-287
Telefax: 030 88625-326
Mail: buero@vkvd.de
www.vkvd.de
oder:
PPR Postina Public Relations
Telefon: 06257 50799-0
Telefax: 06257 50799-4
E-mail: office@postina-pr.de
Diese Pressemitteilung steht sowohl im Adobe PDF-Format als auch in Form einer Word-Datei für Sie zum Herunterladen auf Ihren Rechner bereit:
|