Fakten zur laborärztlichen und labordiagnostischen Versorgung
Laborärzte: In Deutschland arbeiten nach der Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung rund 900 Laborärzte.
Tätigkeit der Laborärzte: Laborärzte untersuchen Körperflüssigkeiten, Gewebe und Ausscheidungen des menschlichen Körpers, z. B. Blut, Urin, Stuhl. Laborärzte können heute dank moderner Analysesysteme und neuentwickelter Reagenzien weit über 2000 Parameter prüfen, die Hinweise auf den Gesundheitszustand eines Menschen geben.
Laborarztpraxen: In Deutschland gibt es rund 220 Laborarztpraxen und laborärztliche Institute.
Zahl der Speziallaboruntersuchungen: Im Jahr 2001 führten Laborärzte in Deutschland 49 Millionen Speziallaboruntersuchungen durch, 34 Prozent weniger als im Jahr 1998. Dieser drastische Rückgang ist vor allem verursacht durch die 1999 eingeführte Budgetierung und die neue Vergütungsregelung für labordiagnostische Leistungen.
Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für labordiagnostische Leistungen: Im Jahr 2001 gaben die gesetzlichen Krankenkassen 5,5 Milliarden Mark für labordiagnostische Leistungen bei niedergelassenen Ärzten und im Krankenhaus aus, 5,2 Prozent weniger als 1993. Der Kostenanteil aller labordiagnostischen Leistungen an den Gesamtausgaben der Krankenkassen lag bei 2,03 Prozent.
Abrechnung labordiagnostischer Leistungen: Die Höhe des Honorars für eine bestimmte labordiagnostische Leistung ist im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Spitzenverbänden der Krankenkassen festgelegt worden.
Die Gesamtsumme des Honorars für alle Leistungen darf jedoch eine bestimmte Grenze, das Laborbudget, nicht überschreiten, andernfalls müssen die veranlassenden Ärzte für die Überschreitung haften.
Laborgemeinschaften: Da moderne diagnostische Verfahren einen enormen finanziellen und technischen Aufwand erfordern, haben sich mehr und mehr Ärzte zu Laborgemeinschaften zusammengeschlossen. Das erlaubt eine Automatisierung von Routine-Untersuchungen und die Gewährleistung einer gleichbleibend hohen Qualität. Moderne Analysesysteme können mehrere tausend Untersuchungen pro Tag durchführen.
Allgemeinlabor: Jeder niedergelassene Arzt kann bestimmte ärztliche Laboruntersuchungen in der eigenen Praxis durchführen. Dazu zählen zum Beispiel die Bestimmung des Blutzuckers, der Blutfettwerte, die Zählung der Blutkörperchen usw. In aller Regel werden jedoch auch solche Untersuchungen aus Kostengründen in den Laboratorien von Laborgemeinschaften durchgeführt, aber vom Arzt selbst mit seiner Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet.
Speziallabor: Bestimmte Laboruntersuchungen sind spezialisierten Ärzten, den Fachärzten für Laboratoriumsmedizin, sowie Ärzten, die einen speziellen Sachkundenachweis erbracht haben, vorbehalten. Zu den Speziallaboruntersuchungen zählen beispielsweise die quantitative Bestimmung von Hormonen, Tests auf Hepatitis, HIV, Salmonellen usw.
Diagnostica-Industrie: Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von circa 80 Unternehmen. Sie stellen zur Diagnose menschlicher Krankheiten entsprechende Untersuchungssysteme und Reagenzien her. Die Unternehmen erwirtschaften in Deutschland einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr.
Hinweis:
Die aktuelle Adressenliste der teilnehmenden Laboratorien kann im Internet abgerufen werden unter www.labortag.de oder hier auf den Seiten des VKVD.
Der "Deutsche Labortag" am 5. Juni in Berlin sowie der bundesweite "Tag des offenen Labors" am 8. Juni 2002 wurde vom Verband der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD) initiiert und wird vom Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL), Delab - Fortbildung im medizinischen Labor e. V. sowie dem Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) unterstützt.
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