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Urlaubszeit - Zeckenzeit

  [20.11.2005] Wie schützt man sich vor Zeckenbissen?

Seit ein paar Jahren sorgen sie immer wieder für Schlagzeilen: die Zecken. Dabei sehen die kleinen Krabbeltiere eigentlich nicht besonders gefährlich aus. Doch leider: Zecken, so groß wie ein Stecknadelkopf und mit acht Beinen ausgestattet, können zwei Arten von Krankheiten übertragen, die schlimme Folgen haben. Erstens die Frühsommer-Meningo-Ence phalitis (FSME) und zweitens die Lyme-Borreliose.

FSME-Erkrankungen werden durch ein Virus, die Borreliose durch Bakterien übertragen. Beide Infektionen können zur Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks führen. Eine Entzündung der Nerven kann Lähmungen verursachen. In schweren Fällen kann sogar der ganze Körper gelähmt werden. Viele Patienten behalten dauerhafte Schäden zurück. Bei der Borreliose können zusätzlich Erkrankungen der Gelenke, der Haut und des Herzens auftreten.

Wir haben für Sie hier einen kleinen Zecken-Steckbrief zusammengestellt, der die wichtigsten Fragen beantwortet:

Wo gibt es Zecken?
Überall auf der Welt! In Europa und Asien sind Zecken Träger des FSME-Virus.
In unseren Breitengraden treibt hauptsächlich die Schildzecke, allgemein Holzbock oder Ixodes ricinus genannt, ihr Unwesen. Schildzecke deswegen, weil ihr Körper von einem Schild bedeckt wird. Beim Männchen ist es der ganze, bei den Weibchen nur der vordere Teil des Körpers. Zecken-Weibchen können bis zu 3000 Eier legen. (Vorkommen in Deutschland besonders im Süden des Landes, weniger in Meergegenden).

Wie und wo leben Zecken?
Irrtümlich wird immer wieder angenommen, daß sich Zecken wie blutsaugende Vampire von den Bäumen auf ihre Opfer stürzen. Das stimmt nicht! Der gefräßige Holzbock lauert mit Begeisterung auf Gräsern, Sträuchern und im Unterholz, und das von Frühjahr bis Spätherbst. Bei Temperaturen von 10 Grad aufwärts kommt der Parasit regelrecht in Fahrt. Mit Vor´liebe sticht er Rehe, Füchse, Mäuse etc. und saugt ihr Blut. Leider gehören auch wir Menschen und unser Blut zu seiner Lieblingsnahrung.

Wo kann man in Kontakt mit Zecken kommen?
Beim Wandern, Campen, Joggen, Radfahren, Angeln, Schwimmen, Golfen, Reiten, bei der Gartenarbeit, beim Pilze sammeln, beim gemütlichen Picknick und beim Spaziergang mit Bello.

Beliebte Stichstellen beim Menschen: Kniekehlen, Schamgegend, Bauchnabel, in den Achselhöhlen, im Schulter- und Nackenbereich, hinter den Ohren - also alles Stellen, die man nicht gleich entdeckt. Ein Zeckenstich hinterlässt keine Schmerzen oder einen Juckreiz wie beispielsweise bei einem Mückenstich.

An welchen Symptomen kann man erkennen, daß eine Zecke gebissen hat?
Borreliose: Ringförmige Rötungen der Haut um die Einstichstelle und an anderen Stellen des Körpers.
FSME: Diese Erkrankung beginnt häufig mit einer Art "Sommergrippe" - mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Was tun beim Stich?
Entdeckt man einen Zeckenstich, dann sofort einen Arzt aufsuchen. Man kann zwar mittels einer Zeckenzange (Apotheke) versuchen, dass Biest selber zu entfernen, aber ratsamer ist in so einem Fall die fachmännische Betreuung. Auch deshalb, um zu beobachten, wie sich der Stich entwickelt.

Hausmittel - wie Abbrennen oder Beträufeln mit Öl - sind bei Zeckenalarm nicht zu empfehlen. Ebenso ist Ausdrücken mit den Fingern nicht ratsam. Bei den hier aufgeführten Methoden reagiert die Zecke durch panische Angst und gibt ihre erregerhaltige Flüssigkeit sofort in die Stichstelle.

Wie schützt man sich vor Zecken? Im Urlaub oder auf Wanderungen durch Wald und Flur, im eigenen Garten:

- Tipp 1: Nach Möglichkeit nur Wald- oder Uferwege benutzen, die angelegt worden sind. Gebüsch, Unterholz und hohes Gras lieber meiden.
- Tipp 2: Feste Schuhe und eine Kopfbedeckung tragen. Außerdem enganliegende, abschließende Kleidung. Nicht gerade mit einem luftigen T-Shirt durch den Wald spazieren. Wichtig ist, daß soviel Haut wie möglich durch Kleidung abgedeckt ist. Z.B.: Hosen mit langen Beinen bevorzugen und Strümpfe über die Hosenbeine ziehen. Geschlossene Schuhe tragen. Und vor allen Dingen helle Kleidung anziehen, denn auf ihr kann man die winzigen Tierchen besser entdecken.
- Tipp 3: Körper mit einem insenktenabweisenden Mittel (möglichst auf natürlicher Basis) einreiben. Das hilft für eine gewissen Zeit. Bietet aber keinen vollkommenen Schutz.
- Tipp 4: Nach dem Spaziergang die Kleidung vor der Hautür gründlich ausschütteln und den Körper nach Zecken absuchen. Besonders gründlich die bereits oben erwähnten "menschlichen Lieblingsstellen" der Zecken.
- Tipp 5: Keine wilden Tier anfassen. Die meisten haben Zecken in ihrem Fell.
- Tipp 6: Eigene Haustiere öfter mal nach Zecken untersuchen. Auch sie können an Borreliose erkranken.
- Tipp 7: Sich unbedingt impfen lassen! Der FSME-Impfstoff ist eine sogenannter Totimpfstoff, der gereinigte und inaktivierte Viren enthält. Das bedeutet, das sich die Viren nicht mehr vermehren können. Innerhalb eines Jahres müssen drei Impfungen vorgenommen werden. Ratsam ist es, in der kalten Jahreszeit mit dem Impfen zu beginnen, damit rechtzeitig zum nächsten Frühjahr bereits ein Schutz vorhanden ist. Ein kleiner Stich beim Arzt sorgt für Ihre Gesundheit - eine kleiner Stich der Zecke dagegen kann sehr krank machen!
- Tipp 8: Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten für die Impfung. Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse einmal darüber. Auch darüber, dass fürs Impfen evtl. keine Praxisgebühr bezahlt werden muss.





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